Leistungsspange der Jugendfeuerwehr


Die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr

Grundsätze

Die Leistungsspange ist eine Leistungsbewertung von Angehörigen der Jugendfeuerwehr, die im gesamten Bundesgebiet nach einheitlichen Richtlinien erfolgt. So kann sichergestellt werden, dass die Leistungsstandards innerhalb Deutschlands überall gleich sind und der Ausbildungsstand von Angehörigen der Jugendfeuerwehr im Hinblick auf die erreichten Bewertungsziele deutschlandweit vergleichbar ist (Letzteres übrigens im Unterschied zur aktiven Feuerwehr der Erwachsenen, wo nur landesweite Standards bestehen).

Die Leistungsspangenbewertung erfolgt nicht einzeln, sondern gruppenweise. Dies deshalb, weil - wie noch näher erläutert wird - zu den durchzuführenden Übungen auch ein Löschangriff nach der Feuerwehr-Dienstvorschrift 4 "Die Gruppe im Löscheinsatz" gehört.

Die Leistungsspange erwerben können Angehörige von Jugendfeuerwehren, die am Tag der Bewertung seit mindestens einem Jahr Mitglied sind und in dem Kalenderjahr der Bewertung das 15. Lebensjahr vollenden. An den Übungen können auch jüngere Jugendfeuerwehrangehörige teilnehmen, um etwa unvollständige Gruppen aufzufüllen; die Jüngeren erhalten jedoch kein Abzeichen. Das Höchstteilnahmealter ist 18; hierbei spielt es keine Rolle, ob die bzw. der Feuerwehrangehörige bereits in die Einsatzabteilung übernommen ist oder nicht.

Es sind fünf Aufgaben zu erfüllen:
  eine Schnelligkeitsübung,
  Kugelstoßen,
  ein Staffellauf,
  ein Löschangriff,
  Fragenbeantwortung.

Schnelligkeitsübung

(Kleidung: Übungsanzug der DJF einschl. Helm und Handschuhe)

Es soll der Aufbau einer Wasserförderleitung über eine lange Wegstrecke simuliert werden. Da die Übung von Jugendlichen durchgeführt wird, werden hierzu nicht B- sondern C-Schläuche verwendet.

Die Gruppenmitglieder sind von 1 - 8 durchnummeriert; der Gruppenführer trägt keine Nummer. Zu Beginn steht die gesamte Gruppe in einer Reihe bereit, bis der Gruppenführer das Startkommando gibt. Sodann verlegt jedes Gruppenmitglied (mit Ausnahme des Gruppenführers) einen C-Schlauch. Die Schläuche sind, von einer Festkupplung ausgehend, in gerader Linie hintereinander zu verlegen und jeweils von zwei Gruppenmitgliedern aneinander zu kuppeln (derjenige, der den Schlauch ausgeworfen hat, zusammen mit seinem Vorgänger oder Nachfolger). Der Gruppenführer oder das Gruppenmitglied mit der Nr. 1 kuppelt den ersten Schlauch an der Festkupplung an. Der Gruppenführer läuft an der Schlauchleitung entlang und zieht die Schläuche gerade. Am Schluss muss die Leitung verdrehungsfrei liegen.

Höchstzeit: 75 Sekunden!

Kugelstoßen

(Kleidung: Sportkleidung)

Jedes Mitglied der Gruppe muss eine Kugel von 5 kg (Jungen) bzw. 4 kg (Mädchen) Gewicht stoßen.

Im Ergebnis handelt es sich - obgleich es auf Kraft und Gewandtheit jedes Einzelnen ankommt - um eine Gruppenleistung, denn die Übung wird nur dann mit Punkten bewertet, wenn die Gruppe insgesamt eine Mindestweite von 55 Metern erzielt.

Staffellauf

(Kleidung: Sportkleidung)

Eine Gesamtstrecke von 1.500 Metern ist in Form eines Staffellaufs zurückzulegen. Jedes Gruppenmitglied muss ein Teil der Strecke bewältigen. Dabei ist es der Auswahl und Einteilung innerhalb der Gruppe überlassen, welche der Teilnehmer 100 Meter und welche 200 Meter laufen. Empfehlenswert ist, wenn bei 9 Gruppenmitgliedern 6 davon je 200 Meter und 3 je 100 Meter laufen; dabei sollte auf die körperliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmer Rücksicht genommen werden. Die Reihenfolge beim Laufen ist unerheblich. Beim Läuferwechsel ist ein Staffelholz zu übergeben.

Höchstzeit: 4 Minuten und 10 Sekunden (250 Sekunden)!

Löschangriff

(Kleidung: Übungsanzug der DJF einschl. Helm und Handschuhe)

Es ist ein Löschangriff nach den Festlegungen der Feuerwehr-Dienstvorschrift 4 vorzutragen. Die Übung ist zügig, jedoch ohne Zeitvorgabe, durchzuführen. Die Funktionen innerhalb der Gruppe sind durch Brusttücher mit den entsprechenden taktischen Zeichen kenntlich zu machen.

Die Übung folgt den Vorgaben für einen Löschangriff mit drei C-Rohren, Einsatz ohne Bereitstellung, Wasserentnahme aus offenem Gewässer. Die Übung wird "trocken", d. h. ohne tatsächlichen Wassereinsatz, durchgeführt. Vor Beginn der Übung hat sich die Gruppe die dazu benötigten Gerätschaften selbstständig vorzubereiten; das Gerät ist vom Veranstalter zu stellen. Als Pumpe dient eine Tragkraftspritze.

Die Gruppe tritt gemäß FwDv 4 an der TS an.


Übungslage, Befehl des Gruppenführers

Antwort des angesprochenen Truppführers, Ausführung

Beginn der Übung

Gruppenführer:

"Wasserentnahme offenes Gewässer; Verteiler an die markierte Stelle; Angriffstrupp zur Brandbekämpfung 1. Rohr zum linken Brandabschnitt über den Platz vor; C-Leitung selbst verlegen!"

Angriffstruppführer:

"Zur Brandbekämpfung 1. Rohr zum linken Brandabschnitt über den Platz vor; C-Leitung selbst verlegen!"

Angriffstrupp:

Mit Handscheinwerfer (AF) bzw. CM-Strahlrohr (AM) ausrüsten; zwei C-Schläuche mitnehmen und ab Verteiler Leitung vornehmen (AF: "1. Rohr Wasser marsch!")

Wassertruppführer:

"Vier Saugschläuche!"

Wassertrupp:

Mit Unterstützung des Schlauchtrupps Saugleitung von Wasserentnahme zur Pumpe herrichten einschl. Kuppeln und Anbringen der Leinen; dann Verlegen der B-Leitung bis zum Verteiler (WF: "Wasser marsch!");dann mit Handscheinwerfer und CM-Strahlrohr ausrüsten und am Verteiler bereitstellen

Nach Herrichten der Wasserversorgung

Gruppenführer:

"Wassertrupp zur Brandbekämpfung 2. Rohr zum rechten Brandabschnitt über den Platz vor!"

Wassertruppführer:

"Zur Brandbekämpfung 2. Rohr zum rechten Brandabschnitt über den Platz vor!"

Wassertrupp:

Vornahme des 2. Rohrs nach Herrichten der Angriffsleitung durch den Schlauchtrupp (WF: "2. Rohr Wasser marsch!")

Schlauchtrupp:

- nach dem Herrichten der Saugleitung -Mitnahme von Verteiler und 4 C-Schläuchen zum Platz des Verteilers und Ankuppeln des C-Schlauchs des Angriffstrupps, Öffnen des Verteilers auf Befehl;dann - nach der Befehlserteilung an den Wassertrupp - Verlegen der Angriffsleitung für den Wassertrupp von dessen Einsatzstelle aus zum Verteiler, Ankuppeln am Verteiler, Öffnen des Verteilers auf Befehl

Nach der Vornahme des 2. Rohrs

Gruppenführer:

"Schlauchtrupp zur Brandbekämpfung 3. Rohr zum mittleren Brandabschnitt über den Platz vor!"

Schlauchtruppführer:

"Zur Brandbekämpfung 3. Rohr zum mittleren Brandabschnitt über den Platz vor!"

Schlauchtrupp:

Ausrüsten mit Handscheinwerfer und CM-Strahlrohr;dann Verlegen der Angriffsleitung und Ankuppeln des Strahlrohrs (SF: "3. Rohr Wasser marsch!")

Melder:

Ankuppeln des 3. Rohrs am Verteiler und Öffnen auf Befehl

Nach Vornahme aller Angriffsleitungen

Gruppenführer:

"Wasser halt!"

Angriffstruppführer:

"1. Rohr Wasser halt!"

Rohr schließen

Wassertruppführer:

"2. Rohr Wasser halt!"

Rohr schließen

Schlauchtruppführer:

"3. Rohr Wasser halt!"

Rohr schließen

Melder:

Verteilerabgänge auf Befehl schließen

Nach Ende der Übung

Gruppenführer (an Wertungsrichter):

"Übung beendet!"


Fragenbeantwortung

(Kleidung: Übungsanzug der DJF mit Helm, aber ohne Handschuhe)

Es sind Fragen allgemeinen Inhalts und feuerwehrtechnischer Art zu beantworten. Bei den allgemeinen Fragen sollen örtliche Verhältnisse berücksichtigt werden.

Die Beantwortung ist als ca. 15-minütiges Gespräch zu gestalten, wobei alle Gruppenmitglieder ungefähr gleichmäßig zu beteiligen sind. Fragenkataloge haben keine Bedeutung.

Allgemeines zur Bewertung

Die Gruppe hat die Prüfung bestanden, wenn in allen Teilaufgaben mindestens jeweils 1 Punkt erzielt wurde und das Gesamtergebnis mindestens 10 Punkte beträgt.

Bei Nullwertungen im Kugelstoßen, im Staffellauf oder in der Schnelligkeitsübung kann der betreffende Teil ein Mal wiederholt werden. Nullwertungen im Löschangriff oder in der Fragenbeantwortung führen zum Nichtbestehen unabhängig vom Restergebnis.


In die Bewertung fließt auch der Gesamteindruck ein, d. h. die persönliche Haltung und das geordnete und geschlossene Auftreten! Bei mangelhaftem Gesamteindruck kann daher selbst dann die Gruppe "durchfallen", wenn die notwendigen Punktzahlen erreicht sind!

(Text: Michael Mertens, unter Verwendung der offiziellen Richtlinien und der dazu erlassenen Erläuterungen)

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